Vor einiger Zeit hatte ich über meinen persönlichen Ärger mit Amazon berichtet: Dabei stellte sich dank diverser Leserkommentare heraus: Der wohl bekannteste Online-Shop reagiert auf Kundenbeschwerden offenbar nicht nur in meinem Fall völlig willkürlich. Dagegen wollen die Betroffenen sich nun organisieren und per Sammelklage vorgehen.
Konto gesperrt, Geld einfach einbehalten
Auf meinen 2008 veröffentlichten Bericht haben sich zahlreiche Leser gemeldet, die sich aus ganz unterschiedlichen Gründen als Amazon-Opfer ansehen: Leser Marc berichtet davon, dass sein Kundenkonto gesperrt wurde. Carl Heinz erzählt, dass Amazon trotz Stornierung das Geld für die bestellte Ware behalten möchte.
Jörg W. und Henrik schreiben, dass Amazon wegen angeblich falscher Kontodaten eine Bearbeitungsgebühr einbehalten will.Und Marcel Jödicke hatte das gleiche Problem wie ich, dass ihm einfach das Geld für eine nicht angekommene Sendung bei Amazon einbehalten wurde. Oder, wie ein zusammenfassender Kommentar zeigt:
“Amazon.de sperrt Nutzer ohne Angabe von Gründen , nur, weil sie z.B. Familienangehörige von Menschen sind , die sich gegen die Willkürmethoden der Firma wehren, Amazon behält einfach und ohne Angabe von Gründen teilweise etliche tausend Euro Kundegelder ein, nur weil das Unternehmen offensichtlich damit zinsfrei arbeiten möchte.”
Sammelklage gegen Amazon
Dagegen soll nun rechtlich per Sammelklage vorgeangen werden. Ausführlichere Infos dazu gibt es in diesem Kommentar. Einer unserer Leser hat das organisiert und ist unter Ama-zon-de-opfer@web.de oder unter www.facebook.com/profile.php?id=100003089387382 erreichbar.
Die ersten haben bereits zugesagt, mitzumachen. Wenn Sie auch mitmachen möchten, können Sie sich an die angegebene Adressen wenden oder hier einen Kommentar posten. Da mittlerweile mein ursprünglich bei akademie.de veröffentlichter Erfahrungsbericht nicht mehr online ist, werde ich diesen hier in den kommenden Tagen nochmals als kleine Serie veröffentlichen.
Autor: Simone Janson
Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.
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21. März 2012 um 22:42 Uhr
Ja, Amazon macht was es will….mich haben sie jetzt zum zweiten Mal “suspendiert”, wegen lächerlichkeiten, auf dass man einen “Maßnahmenplan” erstellen muss, um weitermachen zu dürfen. Hinzu kommt, dass die sogenannten Amazons A-Z-Garantien eine echte Verkäuferverarschung sind. Wenn dem Kunden was nicht passt, oder er gar bleibende Schäden an der Ware hinterlässt…der Verkäufer darfs zahlen.
22. März 2012 um 12:17 Uhr
Hallo Jens,
danke für den Bericht. Der Betreiber der im Text erwähnten Anti-Amazon-Inititative freut sich sicher über weitere Leute, die mitmachen.