
Die durchschnittliche Höhe des Geldvermögens pro Haushalt unterscheidet sich je nach Lebenssituation. Haushalte ohne Kinder, bestehend aus allein Lebenden oder Paaren, sowie die kurz vor dem gesetzlichen Renteneintrittsalter stehenden 55- bis 65-Jährigen (Best-Ager) verfügen in der Regel über das größte Geldvermögen in Deutschland. Zu diesem Ergebnis kommt der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in seiner aktuellen Studie zur Geldvermögensbildung der Bundesbürger, die auf Zahlen der Einkommens- und Verbraucherstichprobe (EVS) des Statistischen Bundesamtes basiert.
Kinderlose haben mehr
Mit mindestens 30.000 Euro pro erwachsenes Haushaltsmitglied ist das Vermögen von kinderlosen Haushalten deutlich höher als das von Familien oder allein Erziehenden. Das Vermögen von allein Erziehenden liegt im Vergleich dazu mit 11.700 Euro nur bei etwa einem Drittel des Geldvermögens kinderloser Haushalte. Familienhaushalte liegen mit knapp 23.000 Euro Finanzanlagen pro erwachsenes Haushaltsmitglied ebenfalls unter dem kinderloser Haushalte.
Mit zunehmender Alterskategorie steigt das Geldvermögen im Durchschnitt der Bundeshaushalte zunächst stetig an. So wächst das Geldvermögen je Haushalt von 9.300 Euro in der Gruppe der bis 25-Jährigen – gemessen am Alter des Haushaltsvorstandes – bei den 55- bis 65-Jährigen auf bis zu 68.200 Euro. In der darauf folgenden Altersklasse verringert sich das Geldvermögen deutlich.
Rückgang des Vermögens zum Lebensende
Der starke Rückgang sei im Wesentlichen auf die Fälligkeit von Lebensversicherungen zurückzuführen, stellt der BVR fest. Deren Auszahlungszeitpunkte gingen zumeist mit dem Ende des Arbeitslebens einher.
Insgesamt falle der Rückgang des Vermögens im Rentenalter allerdings schwächer aus als der Vermögensaufbau während der Erwerbstätigkeit. So verfügten Senioren mit einem Alter von über 80 Jahren über ein ausgesprochen hohes Geldvermögen. Triebfeder dieser Entwicklung des Vermögens über den Lebenszyklus dürfte nach Einschätzung des BVR der Wunsch des Menschen sein, zum einen den Nachkommen eine Erbschaft zu hinterlassen und zum anderen die finanzielle Unabhängigkeit im Alter zu erhalten.
Autor: Simone Janson
Simone Janson ist Journalistin und Expertin für neue Formen der digitalen Arbeit am Institut für Kommunikation in soziale Medien in Berlin. Sie war Vortragende und Lehrbeauftragte an diversen Hochschulen oder für die Mobility Logistics AG und betreibt mit Berufebilder.de das führende deutsche Blog zu Bildung & neuen Arbeitsformen im digitalen Wandel. Sie hat über 10 Bücher geschrieben. In ihrem Bestseller „Die 110%-Lüge“, übersetzt in mehrere Sprachen, setzt sie sich ausführlich mit Entschleunigung und den Unsicherheiten von Menschen im modernen Arbeitsleben auseinander. In Ihrem akutellen Buch „Nackt im Netz“ geht es um Social Media und den digitalen Wandel.
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